Klare zeitgenössisch-avantgardistische Formen setzen einen deutlichen Akzent im Ortsbild
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale für die Außensanierung der Villa Sauerländer in Wolfegg-Alttann 50.000 Euro zur Verfügung. In Alttann war 1922 auf der Grundlage traditionell betriebener häuslicher Teppichweberei eine Manufaktur für Allgäuer Handwebteppiche entstanden, die "Allgäuer Handwebteppiche Sauerländer & Co", deren Gründung der Berliner Landschaftsmaler Willi Sauerländer angeregt hatte und die er bis zu seinem Tod im Jahre 1941 leitete.
Die Villa Sauerländer wurde 1929 für den Künstler und Unternehmer nach Plänen von Architekt Richard Herre erbaut und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Das Wohnhaus im Stil der Neuen Sachlichkeit ist ein zwei- bis dreigeschossiger Putzbau in Hanglage aus zwei gegeneinander versetzten Kuben, mit breiten Balkonterrassen im Süden und Flachdach. Die klaren zeitgenössisch-avantgardistischen Formen setzen einen deutlichen Akzent im Ortsbild, da keine Anpassung an die ländliche Architektur Oberschwabens angestrebt wurde.
Gestaltungsmerkmale des "Neuen Bauens" finden sich im funktionalen Grundriss. Der Raum wird effizient genutzt mit Hilfe von Einbaumöbeln. Das Bauwerk gewinnt einen besonderen Charme durch den gezielten Einsatz von farbigen Wandflächen, die Terrassen, die für das gesunde Leben mit Licht und Luft sorgten, das flache Dach und den Verzicht auf Ornamente sowie die schlanken Stützen, die das Haus optisch in der Schwebe halten.
Die Villa Sauerländer gehört nunmehr zu den über 440 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte. |