Bronzetafel markiert Abschluss
Plakette macht Förderung der Arbeiten durch Deutsche Stiftung Denkmalschutz sichtbar
Die Übergabe einer Bronzetafel durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) markiert den Abschluss der Restaurierung der Turmfassade der Oberen Burg in Talheim. Claus Brechter, DSD-Ortskurator Bad Wimpfen, wird die Plakette am Mittwoch, den 20. August 2026, um 14.00 Uhr vor Ort an Bürgermeister Rainer Gräßle überreichen.
Die Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ wird am Denkmal angebracht und macht die Unterstützung für den Erhalt des Turms, die durch private zweckgebundene Spenden an die DSD und die Erträge der Lotterie GlücksSpirale möglich wurde, dauerhaft sichtbar. Für die Natursteinarbeiten an der Fassade des Turms der Oberen Burg wurden 40.000 Euro bereitgestellt.
Die Burg Talheim liegt auf einem Sporn oberhalb des gleichnamigen Ortes unweit des Neckars. Die Obere Burg wurde im 12. und 13. Jahrhundert von den adligen Herren von Talheim erbaut. Zur Burganlage gehören Schildmauer, Ringmauer, Zwinger und Burgfried. Im 16. Jahrhundert veränderte man die Anlage grundlegend und errichtete auf der rund 14 Meter hohen Schildmauer drei hintereinander angeordnete Fachwerkgebäude.
Besonders prägend ist der sogenannte Turm Schneck, der seinen Namen der schneckenförmigen Wendeltreppe in seinem Inneren verdankt. Der Turm besteht aus sichtbarem Natursteinmauerwerk und gilt als Wahrzeichen der Gemeinde Talheim sowie als eindrucksvolles Zeugnis hochmittelalterlicher Burgbaukunst.
Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Geschichte der Burg wesentlich von der jüdischen Gemeinde geprägt. Im westlichen Burginnenhof entstand ein Backhaus, das später zur Synagoge umgebaut wurde. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Synagoge niedergebrannt. Heute erinnern Gedenktafeln im Innenhof an dieses dunkle Kapitel der Ortsgeschichte.
Die Obere Burg in Talheim ist eines der mehr als 444 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Baden-Württemberg fördern konnte. |