Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Oberschwäbischen Barockstraße
Für Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an den Altären der St. Peter und Paul-Kirche in Bad Schussenried-Steinhausen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden, der Erträge der treuhänderischen Renate und Prof. Dr. med. Burkhard Bültmann-Stiftung sowie der Lotterie GlücksSpirale 70.000 Euro zur Verfügung. Es sollen Schäden und starke Verschmutzungen beseitigt werden, die die Fresken, Stuckornamente und Holzausstattung im Innenraum der Kirche aufweisen. Sie sind bedingt durch ungünstige raumklimatische Bedingungen und zu hohe Luftfeuchte, dadurch kommt es zur Kondensatbildung an der Raumschale.
Im Zentrum von Steinhausen, nordöstlich von Bad Schussenried, befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die zugleich eine Marienwallfahrtskirche ist. Sie wurde von 1728 bis 1733 von Dominikus Zimmermann erbaut und stuckiert, die Deckenfresken schuf sein Bruder Johann Baptist Zimmermann. Das Gotteshaus ist ein bedeutendes Beispiel für den Regencestil im oberschwäbischen Barock am Übergang zum Rokoko.
Das äußere Erscheinungsbild lässt weder auf einen Zentralbau noch auf eine Basilika schließen. Die vier barocken Giebel lassen einen symmetrisch gegliederten Bau oder ein vermeintliches Querhaus mit zwei Scheingiebeln vermuten. Doch die konvex geschwungenen Wandelemente, die zwischen Quer- und Längsachse vermitteln, deuten auf das Oval des Innenraums hin. Diesem ist ein ebenso ovaler Ring aus zehn quadratischen Pfeilern einbeschrieben, die eine flache Kuppel tragen. In den Zwischenräumen der Pfeiler befinden sich an der Außenwand zwei Reihen von je vier reich dekorierten Fenstern. Dem Schiff ist im Osten das quergestellte Oval der Apsis angefügt, in dem sich der monumentale Hochaltar befindet. Ihm gegenüber befindet sich an der Westseite die Orgelempore. Das Innere ist reich mit Stuckzierat und Rocailleformen sowie Deckenmalereien geschmückt. Über dem Westportal erhebt sich ein hoch aufragender Glockenturm mit Zwiebelhaube, der in drei Geschosse untergliedert ist.
St. Peter und Paul, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Oberschwäbischen Barockstraße, gehört zu den über 440 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte. |