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Respektierung des Denkmalschutzes von Siemens-Areal in Erlangen gefordert
Erlangen: Siemens-Areal (c) Weller, Ortskuratorium Erlangen der DSD
 
Respektierung des Denkmalschutzes von Siemens-Areal in Erlangen gefordert
DSD fordert Stadt Erlangen zu fachgerechter Überarbeitung der Planung auf

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fordert von der Stadt Erlangen, bei den Planungen für den Umbau des ehemaligen Siemens-Areals die bestehenden denkmalpflegerischen Vorgaben verbindlich einzuhalten und auch den Umgebungsschutz zu berücksichtigen. In einem Schreiben vom 19. Juni 2026 kritisiert die Stiftung insbesondere die geplante Überbauung des denkmalgeschützten Gebäudeteils an der Mozartstraße sowie die vorgesehene Umgestaltung des sogenannten Roten Platzes von 1982. Sie appelliert an die Stadt, die historische Substanz sowie die städtebauliche Bedeutung des Areals bei der weiteren Planung zu sichern.

Nach Auffassung der DSD werden zentrale denkmalfachliche Einwände des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege seit dem zugrunde liegenden Realisierungswettbewerb im Jahr 2022 nicht ausreichend berücksichtigt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schließt sich diesen fachlichen Einschätzungen des Landesamtes ausdrücklich an. Im international ausgelobten Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil, den die Eigentümer des Areals in enger Abstimmung mit der Stadt Erlangen ausgelobt hatten, konnte sich der Entwurf eines Architekturbüros vor Ort durchsetzen.

Positiv bewertet die Stiftung an der Planung, dass das ehemalige Verwaltungshochhaus, der sogenannte Glaspalast, denkmalgerecht saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden soll. Damit bleibt ein prägendes Bauwerk der Nachkriegsmoderne im Stadtbild erhalten, das gemeinsam mit den gegenüberliegenden historischen Bauten zentrale Entwicklungslinien der Unternehmens- und Architekturgeschichte der Firma Siemens sichtbar macht.

Kritisch sieht die DSD hingegen geplante Eingriffe am Hochhauskomplex. Insbesondere die vorgesehene Überbauung eines Seitenflügels würde das charakteristische Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Ensembles erheblich beeinträchtigen. Die für die Architektur der Nachkriegszeit typische Komposition aus Hoch- und Flachbau droht dadurch verloren zu gehen. Zugleich wären aus statischen Gründen erhebliche Eingriffe in die historische Bausubstanz erforderlich.

Auch die geplante Umgestaltung des zentralen Platzbereichs bewertet die Stiftung kritisch. Der Rote Platz ist von wesentlicher Bedeutung für die Wahrnehmung des Hochhauses und die Gesamtwirkung des Ensembles. Er bildet historisch das Zentrum des ehemaligen Siemens-Areals. Sein prägendes Bodenmosaik verweist auf die industrielle Geschichte Erlangens und die einstige Bedeutung der Chipproduktion am Standort. Die vorgesehene Neugestaltung wirft zudem praktische und ökologische Fragen auf, da die geplante Bepflanzung baulich nur eingeschränkt realisierbar erscheint und ein gewachsener Baumbestand aufgegeben werden soll.

Kritisch sieht die Stiftung zudem, dass für zentrale Teile des Ensembles bislang keine abschließenden denkmalfachlichen Untersuchungen vorliegen. Eine verbindliche Bewertung des Denkmalwerts weiterer Gebäude sowie des Platzbereichs müsse vor einer Genehmigung als Grundlage für die weitere Planung erfolgen.

„Wir begrüßen ausdrücklich die geplante denkmalgerechte Sanierung des Glaspalasts. Gerade deshalb ist es wichtig, auch bei den übrigen Teilen des Ensembles die denkmalpflegerischen Anforderungen konsequent zu berücksichtigen. Die vorhandenen Qualitäten des gesamten Areals dürfen nicht vorschnell geschwächt werden“, erklärt Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz betont, dass sie die Revitalisierung des ehemaligen Siemens-Areals ausdrücklich unterstützt. Es muss jedoch eine Planung vorliegen, die sowohl den Anforderungen einer zeitgemäßen Nutzung als auch den denkmalpflegerischen Belangen dieses für Erlangen bedeutenden Ensembles gerecht wird.
 
Eintrag vom: 29.06.2026  




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